Gründung & Selbstständigkeit

Unternehmenskultur: Bedeutsame Unterschiede im 21. Jahrhundert

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Foto: Office von Daniel Friesenecker unter CC-BY-NC

Infolge der Globalisierung hat sich auf der Welt vieles geändert. Gerade in der Wirtschaft wurden viele Weichenstellungen umgestellt und ein Unternehmen ist heute wesentlich komplexer aufgebaut als etwa vor 50 Jahren. Mit der Unternehmenskultur wurde ein Begriff geschaffen, der die Werte, Ziele und Normen des Unternehmens umfasst und heute unersetzlich geworden ist um konkurrenzfähig zu bleiben.

Was genau ist die Unternehmenskultur?

Auf vielen Märkten ist die Konkurrenz heute größer denn je, weswegen Unternehmen sich heute deutlicher positionieren müssen und ein noch klareres Konzept haben. Um dieses Konzept erfolgreich in die Tat umzusetzen ist es wichtig, dass die Belegschaft eine Einheit bildet und gemeinsame Werte zur Grundlage ihrer Arbeit teilt. Diese bezeichnet man dann als Unternehmenskultur.

Welche Bereiche umfasst die Unternehmenskultur?

Die Unternehmenskultur kann in einem Unternehmen viele Spektren umfassen. Der wichtigste Bereich ist dabei meist die Produktion. Für wen oder welchen Zweck sind die Produkte des jeweiligen Unternehmens gedacht? Was ist wichtiger: Qualität oder Preis? Welche Märkte sollen mit den jeweiligen Produkten erreicht werden und natürlich auch in welchen Segmenten das Unternehmen überhaupt aktiv werden soll. Auch der zwischenmenschliche Bereich bleibt dabei meist nicht außen vor. Eine gemeinsame moralische Basis soll dafür sorgen, dass Konflikte auf die gewünschte Art gelöst werden und ein ständiger Austausch zwischen Belegschaft und Geschäftsführung gewährleistet ist. Ein zuletzt immer wichtiger gewordener Bereich ist der Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Auch diese Aspekte sind oft Teil der Unternehmenskultur und stellen die Grundlage für das ökologische Handeln des Unternehmens dar.


Video: Unternehmenskultur bei Jimdo – Feel Good, Wenig Schlecht!

Die Unternehmenskultur – Im 21.Jahrhundert unverzichtbar

Vor nicht allzu langer Zeit war es durchaus möglich, ein Unternehmen auch ohne direkt definierte Unternehmenskultur erfolgreich zu führen. Mittlerweile herrscht gemeinhin Konsens vor, dass dies nun endgültig vorbei ist. Die Gründe dafür sind allerdings durchaus vielschichtig. Zum einen sind die Ansprüche der Arbeitnehmer im Laufe der Jahre immer mehr gestiegen und statt bloßem Folgeleisten wird nun eine konkrete Mitarbeit bei der Zukunftsunternehmung des Arbeitgebers gefordert. Zum anderen ist es wichtiger denn je, dass die Kunden des Unternehmens wissen, für was dieses steht. Viele der erfolgreichsten Internetfirmen sind auch gerade deshalb so beliebt, weil sie für ein bestimmtes Weltbild stehen und ihre Produkte als besonders innovativ oder hip charakterisieren. Auch besteht in einer Zeit, in der die Familie gerade in den Großstädten immer mehr an Bedeutung verloren hat, das Bedürfnis der Arbeitnehmer, sich voll und ganz mit ihrem Arbeitgeber identifizieren zu können. Nur dann sind diese auch bereit, ihrem Unternehmen über die Jahre hinweg treu zu bleiben und nicht beim nächstbesten Angebot zur Konkurrenz zu wechseln.

Womit bereits der nächste entscheidende Punkt angesprochen wäre: Die Konkurrenzsituation in welcher Branche auch immer, ist größer denn je. Zum einen durch innereuropäische Konkurrenz, die ihre Produkte zollfrei nach Deutschland verkaufen darf und zum anderen durch aufstrebende und innovative Unternehmen beispielsweise aus Asien, die immer aggressiver auf den Markt drängen. Wovon der Kunde am Ende profitiert, ist für die Unternehmen letztlich die Pflicht, sich mit einem klaren Leitbild auf dem Markt einen Namen zu machen und damit Stammkunden für sich zu gewinnen. Die gute Reputation, welche am Ende einer gelebten Unternehmenskultur stehen soll, ist dabei nicht zu unterschätzen. Skandale in der Lebensmittelbranche haben zum Beispiel gezeigt, wie schnell der Ruf einer ganzen Branche ins Wanken geraten kann und dann auch nicht beteiligte Unternehmen darunter leiden. Steht das Unternehmen hingegen für ganz klare und der Allgemeinheit auch bekannte Werte und Normen, so fallen in der Regel auch die Turbulenzen infolge von Problemen der Konkurrenz bedeutend schwächer aus.

Fazit und Zusammenfassung

In der heutigen Geschäftswelt ist die Unternehmenskultur zu einem unverzichtbaren Bestandteil geworden. Zum einen, weil dadurch die Mitarbeiter besser und länger gebunden werden können, zum anderen, weil es gilt, sich von der Konkurrenz auf eine positive Weise zu unterschieden. Die Bereiche, die die Unternehmenskultur umfasst, sind meist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch sozialer und ökologischer Natur.

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Joachim Berendt ist Inhaber der Unternehmensberatung BERENDT & PARTNER, Partner bei Berendt Rach & Partner Personalentwicklung GbR, Mömbris, und Initiator und Gründungsmitglied der „Offensive Mittelstand – Gut für das Saarland“. Nach 12 jähriger Tätigkeit als Vorstand und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen berät er als ausgewiesener Experte seit 2004 den Mittelstand in Unternehmenskultur, Wissensmanagement und Personalentwicklung. Er verfügt über 22 Jahre Erfahrung als Aufsichtsrat, lehrt an mehreren Hochschulen und ist Mitglied der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement. Sein Beratungsunternehmen Berendt & Partner ist für seine Qualitätsberatung von Fachverbänden und vom TÜV Süd nach ISO 9001:2008 zertifiziert. Website: www.berendt-partner.de